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Mehrrendite durch Stock-Picking?

Rendite

Bild: Gerd Altmann / Pixabay

Gastbeitrag

Dieser Beitrag wurde von Florian Müller verfasst. Der Autor des Buches Überschussrenditen durch Stock-Picking beschäftigt sich mit dem Thema Value Investing.

Es gibt sehr viele Studien aus Amerika, die die theoretische Kapitalmarkteffizienz Hypothese widerlegen und somit behaupten, dass eine Überrendite durch eine gezielte Auswahl von Aktien möglich sei. Zustande kommen diese Verwerfungen am Markt durch Irrationalitäten und psychologischen Faktoren. Die Verhaltenspsychologie, die Behavioral Finance, spielt nämlich an der Börse eine entscheidende Rolle.

Die Kriterien anhand derer versucht wird, diese Unternehmen zu finden, beruhen ausschließlich auf fundamentaler Bewertung. Ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 sowie ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von unter 1 sind beispielsweise nur zwei Indizien, die eine Unterbewertung der Aktie signalisieren. Retrospektiv wurde in den Studien ein Warenkorb mit einigen Aktien erstellt, die diese zwei Kriterien erfüllen.

Ergebnis der Studie war, dass sich dieser Warenkorb mit Aktien deutlich besser entwickelte und mehr Rendite brachte, als Aktien, die anhand vom KGV und KBV höher bewertet waren. Diese Mehrrendite erstreckte sich über einige Jahre hin.

Um Geschäftsberichte im Detail analysieren und bewerten zu können, benötigt es eine extreme fachliche Kompetenz. Die Aneignung dieser Kompetenz und die fundamentale Bewertung ist sozusagen die Königsdisziplin der Aktienanalyse. Das ganze nennt sich dann selektives Stock-Picking.

Man wählt im Endeffekt die Perlen einer Vielzahl von Aktien und trennt damit die Spreu vom Weizen. Weitere und eingehendere Details zu dieser Thematik, finden Sie in meinem Buch: Überschussrenditen durch Stock-Picking(Affiliate Link)

Es gibt unzählige Kennzahlen, anhand derer analysiert und geschlussfolgert werden kann, ob eine Aktie günstig oder teuer ist. Diese Chancen zu nutzen und standhaft zu bleiben eine Aktie über mehrere Jahre oder Jahrzehnte zu behalten ist die große Kunst. Sollte der Kurs der Aktie 20%, 30% oder 40% ins Minus rutschen, zweifeln Sie womöglich an Ihrer Anlageentscheidung. Hier benötigt es eine mentale Stärke, Selbstbewusstsein und Ausdauer.

Nicht alle Privatanleger agieren an der Börse rational sondern größtenteils emotional. Und hierbei entstehen die meisten Fehler, die unweigerlich zu Misserfolgen führen und dazu, sich enttäuscht von der Börse abzuwenden. Als Privatanleger ist man jeden einzelnen Tag der medialen Reizüberflutung ausgesetzt und zweifelt bei Hiobsbotschaften, sei es Krieg, Ölpreisverfall, Grexit oder ähnlichen Meldungen an seinen Entscheidungen.

Die Standhaftigkeit zu besitzen und nicht aktiv zu werden, sondern sich passiv zu verhalten, fällt den meisten von uns sehr schwer. Modethemen werden täglich neu ausgerufen, die uns suggerieren sollen aktiv zu handeln und mit auf den Zug aufzuspringen. Das nennt man dann Herdenverhalten und bringt letztendlich nur Enttäuschung mit sich. Man muss strategisch und langfristig ausgerichtet sein und sich nicht von Gefühlen bei Anlageentscheidungen beeinflussen lassen.

Führen Sie keine emotionale Beziehungen zu Aktien und wägen Sie auf rein fundamentaler Betrachtung ab, welche Aktien Sie kaufen.

Einerseits ist das Stock-Picking primär wichtig um die richtige Aktie zu finden und final dann zu kaufen. Andererseits ist es damit noch lange nicht getan. Ist die Aktie gekauft, kommt die nächste große Bewährungsprobe, nämlich das Durchhalten auch in Krisenzeiten. Diese Kombination der beiden Punkte ist von enormer Bedeutung.

Es genügt sozusagen nicht ein begnadeter Analyst zu sein und unterbewertete Aktien zu finden. Man begibt sich meist auf einem Pfad den man im Gegensatz zur allgemeinen Marktmeinung alleine gehen muss. Unternehmen sind dahingehend günstig, wenn kurzzeitig negative Überraschungen kommen. Schlechte Quartalsergebnisse, eine maue Wirtschaftslage oder leere Auftragsbücher sind nur einige Beispiele, die dem Aktienkurs des Unternehmens deutlich nach unten bewegen können.

In den meisten Fällen erfolgt eine Überreaktion, Privatanleger verkaufen die Aktie und der Aktienkurs crasht. In diesem Umfeld muss man den Mut haben die Aktie zu kaufen, wenn sich an den grundsätzlichen Rahmenbedingungen des Geschäftsmodells nichts gravierendes verändert hat. Das optimale Markttiming findet man nie und ist eine Illusion bzw. es wäre eine Anmaßung zu behaupten, man könnte den perfekten Zeitpunkt zum Kauf einer Aktie erreichen.

Fazit

Es reicht bei weitem nicht aus ein brillanter Analytiker zu sein und sich darauf zu fokussieren. Viel wichtiger, ist die mentale Stärke und Fitness zu besitzen, daran festzuhalten und seine Entscheidung im Nachhinein nicht anzuzweifeln, sollte der Kurs der gekauften Aktie weiter fallen. Die Emotionen und Gedanken leiten grundsätzlich unsere Handlungsweisen in allen möglichen Lebenssituationen. Achten Sie darauf, dies nicht auf die Börse zu projizieren.

Ich würde mich freuen Sie auch auf meinen Blog begrüßen zu dürfen: http://boerseneinmaleins.de

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